Die romanische Klosterbasilika, das Wahrzeichen Breitungens

BasilikaDie Breitunger Klosterkirche der Benediktinermönche des 12. Jahrhunderts hat die Bauform einer Basilika.
Das Wort Basilika bedeutet, soviel wie "königlicher" Bau.
Damit war in der antiken Welt ein Prachtbau gemeint, der verschiedenen Zwecken dienen konnte, z. B. als Amtssitz gewählter politischer Gremien, Gerichtssaal, Markthalle, Fest- oder Thronsaal.
Im Kirchenbau bezeichnet der Begriff ein Gebäude, in welchem nach christlichem Verständnis die Königsherrschaft Gottes auf Erden ihren Raum hat.
Grundform der kirchlichen Basilika war ein langgezogenes Rechteck.
Der Hauptlängsraum war durch Säulen in mehrere Schiffe von ungleicher Zahl unterteilt. Das Mittelschiff überragte die Seitenschiffe an Höhe und trug meist eine flache Holzdecke.
An der östlichen Schmalseite fand sich oft als Abschluss die Apsis, ein halbrunder Anbau.

Mit dem Aufkommen der Glocken im 8. und 9. Jh. wurden auch Türme an romanische Kirchen gebaut.
Bei der Breitunger Basilika sind seit der Einlegung einiger Mauern nach dem großen Brand im Jahr 1640 die Vierung, das Querschiff, der Chorraum, eine Haupt- und zwei Nebenapsiden nur noch in den Grundmauern an der Ostseite des Baues zu erkennen.
Die Herrenbreitunger Klosterkirche haben wir uns im Jahr 1112, als sie geweiht wurde, wie folgt vorzustellen: eine kreuzförmige Basilika mit dreischiffigem Langhaus, Querschiff und einem Chorraum, dessen drei Schiffe im Osten in halbkreisförmigen Apsiden endeten. Die Gesamtlänge des Bauwerkes betrug 37 m, während es sich jetzt nur noch über 23 m erstreckt. Der Turm hat heute eine Höhe von 28 m.
Als Besonderheit fällt der asymmetrische Stützenwechsel der Arkaden zwischen Mittel- und Seitenschiffen auf. Die nördliche Pfeilerreihe hat drei Stützen auf viereckigem Grundriss (Viereckpfeiler), während die Südreihe einen Wechsel von zwei Rundpfeilern mit einem mittleren viereckigen Pfeiler zeigt.
Als Schmuckelement fällt der sorgfältig ausgearbeitete Wechsel von hellem und dunklem Sandstein, besonders in den Arkadenbögen auf.
Die gesamte südliche Seitenschiffwand wurde im 17. Jh. bzw. in unserem Jh. neu aufgeführt (vorgenommene Änderungen sind nicht bekannt).
Vermutung: Südliche Seitenschiffwand war schon vor der Erneuerung nicht mehr vollständig in ihrer romanischen Substanz erhalten.
Der ursprüngliche Dachstuhl hatte eine tiefere Lage. Die Balkenlöcher seitlich der Bogenscheitel waren im Mauerwerk sorgfältig ausgespart und die seitlichen Begrenzungen mit dem feinen Randschlag der Quader eingefasst. Hier endet die Höhe der romanischen Seitenschiffe.
Die nördliche Seitenschiffwand ist eine fensterlose, 4 m hohe Wand mit rechteckiger Pforte – romanische Bausubstanz.
Bei Ausbesserungsarbeiten 1955 wurden Inschriften des 16. und frühen 17. Jh. entdeckt.
Anschlussspuren des Kreuzganges sind an der Mauer nicht mehr feststellbar.

Das ehrwürdige Gebäude hat trotz mehreren Zerstörungen, die Stürme der Jh. überstanden und zählt heute zu den kulturhistorisch bedeutsamsten Bauten des Werratals.
Seit den Sanierungs- und Renovierungsarbeiten Mitte der 90er Jahre, dient die Basilika als Ausstellungs- und Konzertraum und lockt jährlich zahlreiche Besucher nach Breitungen. Außerdem erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit als Ort für Eheschließungen.

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