Der Marktplatz und die Glittsteinsage

GlittsteinFährt man den Fernradweg der Werra aus Richtung Wernshausen kommend, nach Breitungen, wird der Radfahrer zuerst den Marktplatz erreichen. Zehntlinde mit Sandsteinmauerring, denkmalgeschützte Fachwerkhäuser, die Marienkirche mit mittelalterlichem Schnitzaltar und die historische Gaststätte "Zur Linde" laden zum Betrachten und Verweilen ein. Erfrischen kann man sich am Dorfbrunnen und ein großer schwarzer Basaltstein zieht unweigerlich die Blicke auf sich. Solange man denken kann, liegt er hier unter den Linden und seine glatte Oberfläche verführt so manches Kind zum herunterrutschen und spielen. Doch das Fortbewegen, selbst mit Manneskraft ist nicht möglich. Wie kommt der Stein eigentlich hierher? Eine vom Volksmund überlieferte Geschichte besagt, dass vor undenklichen Zeiten ein Leineweber zur Sühne eines begangenen Verbrechens von der etwa zwei Stunden Wegs entfernten Pleßkuppe den Stein in seiner Schürze vor die Kirche in Frauenbreitungen tragen wollte. Fast hatte er das Ziel erreicht, als der Stein dem erschöpften Weber aus der kurzen Schürze an dem obengenannten Platze zu Boden glitt. Alle Bemühungen des Webers, ihn nach der kaum noch zweihundert Schritt entfernten Kirche zu bringen, waren vergebens; so liegt er denn als Wahrzeichen Frauenbreitungens noch bis auf den heutigen Tag an der nämlichen Stelle.

Fachwerkensemble am MarktplatzMan weiß nicht, ob der gute Mann sich in der heutigen "Linde", die dort schon mehr als 200 Jahre steht, nach seinen Strapazen gestärkt hat oder gar vor Gram einen über den Durst trank. Doch auch heute ist die Geschichte sowohl durch den Stein als auch durch ein vom Lindenwirt kreiertes Gericht in aller Munde. Ein "Glittstein-Menü" wird auf dem Lindenherd zubereitet. Liebevoll angerichtet sind schmackhafte Hackepeterklöße auf Kartoffelbrei nach Bauernart mit deftiger Schwarzbiersoße und Gemüse aus dem Bauerngarten. Bei schönem Wetter ist ein Platz am Zehntmauerring zu empfehlen. Hier kann man die Blicke über den Markt schweifen lassen, oder auch mal versuchen, den sagenumwobenen Stein von der Stelle zu bewegen. Den krönenden Abschluss bildet ein "Breitunger Schlosskräuter".

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