Die Breitunger Seen

Ob durch eine Laune der Natur oder durch Menschenhand entstanden, gehören die Breitunger Seen zu den Einmaligkeiten der Region. Für Breitungen sind sie neben dem weithin sichtbaren Turm der Basilika ortsprägend. So ist es auch kein Zufall, dass die Seerose ein Bestandteil des Breitunger Wappens wurde und die vorrangige Bedeutung des Naturschutzes für die gewässerreiche Landschaft in Breitungen symbolisiert. In der Kette der Einsturzseen, die sich von Breitungen bis Bad Salzungen erstreckt, sind die Breitunger Seen nicht nur die größten, sondern auch die ergiebigsten.

Blick über die Breitunger SeenGemeint sind hier die Seen des Naturschutzgebietes. Die Einbrüche entstanden durch die Auslaugung der leicht löslichen Kali- und Steinsalzlager aus dem in unserer Gegend etwa 100 - 120 Meter tief liegenden Buntsandstein. Diese Auslaugungen sind noch nicht zum Stillstand gekommen, was weitere Absenkungen der Erdoberfläche zur Folge hat. Aus vorderem und hinterem See bestehend, erstreckt sich das Gebiet von der Bahnhofstraße bis zur Straße in Richtung Bußhof, auf der auch der Fernradweg Werratal entlang führt. Ein Abstecher lohnt sich allemal. Wenn man Glück hat, wird man auf den Wiesen am See von einem Storchenpaar begrüßt. Der Volksmund schreibt dem Glücksbringer die besondere Fähigkeit zu, Kinder aus dem See zu holen und den Familien zu bringen. Seit 1991 hat sich jedes Jahr ein Storchenpaar im Breitunger Storchennest eingefunden.

Die Breitunger SeenDen Gast erwartet nach einem breiten Schilfgürtel eine ca. 18 ha große Wasserfläche, deren Spiegel an klaren Tagen bis zum großen Dolmar bei Meiningen blinkt. Die maximale Wassertiefe der Seen liegt bei vier Metern. Beide Seen sind durch den etwa drei Meter breiten sogenannten Fischgang miteinander verbunden. In jeder Jahreszeit bieten die Seen dem Besucher Gelegenheit, seine Kenntnisse zu vertiefen, Auge und Ohr zu schärfen und ans Herz der Natur zu finden. Auf einem 3,5 km langen Wanderweg mit Sitzgruppen kann man die Ruhe genießen und seltene Entdeckungen machen.

Vielleicht ziehen Haubentaucher über die freie Wasserfläche, verschwinden plötzlich und tauchen wieder auf, wo man es gar nicht vermutet. Enten und Bläßrallen haben ihr Brutrevier im Schilf, ebenfalls die Teichhühner und Wasserrallen, ihnen sagen besonders die ruhigen Buchten zu. Zur Zugzeit halten sich seltene Durchzügler hier auf. Beobachtet wurden: Silberreiher, Polartaucher, Singschwan, Großer Brachvogel, Gänsesänger, Heringsmöwe, Brandseeschwalbe und andere. Als seltene Brutvögel wurden Kolbenenten, Stelzenläufer und der Rohrschwirl nachgewiesen.

Seit 1985 brütet die Beutelmeise am See und der Graureiher ist ständiger Gast. Rohrsänger und Nachtigall geben zur Begrüßung des Frühjahres und zum Erwachen einer üppigen Vegetation so manches Konzert. Die reichhaltige Pflanzenwelt bietet vor allem in den Sommermonaten ein eindrucksvolles Bild. Weiße Seerosen und gelbe Teichrosen bedecken einen großen Teil der Wasseroberfläche mit einem Blätter- und Blütenmeer. Am Schilfrand gedeihen bittersüßer Nachtschatten, Froschlöffel, Weiderich, Wasserlilie, Ziest und Uferwolfstrapp. So ist das Naturschutzgebiet ein echtes Paradies für Ornithologen und Naturfreunde.

Ob aus dem vorbeifahrenden Zug, aus der Luft oder aus unmittelbarer Nähe kann man sich an der Vielfalt des Gebietes erfreuen. Betreut und gepflegt wird es vom ortsansässigen Angelverein, dessen Mitglieder berechtigt sind, hier Barsch, Plötze, Hecht und Karpfen zu angeln. Breitungens Gäste können mit einem gültigen Fischereischein an den Kiesseen angeln. Diese, durch den über 30- jährigen Kiesabbau entstandenen Wasserflächen nehmen am Ortsrand Richtung Barchfeld eine Fläche von ca. 50 ha ein. Ein Teil wird noch bewirtschaftet und soll noch erweitert werden. Kiesabbau erfolgt außerdem in den Gemeinden Barchfeld, Immelborn und Fambach.

In der Gemarkung Wernshausen befinden sich ebenfalls Kiesablagerungen, die abgebaut werden sollen. Damit entsteht zwischen Wernshausen und Immelborn zukünftig eine Seenplatte mit der größten zusammenhängenden Wasserfläche Südthüringens. Dieser natürliche Schatz ist ein Pfand in der touristischen Entwicklung des Werratals. In den Gemeinden Fambach und Immelborn sind die Kiesseen bereits als Naherholungsgebiete angelegt und werden vorwiegend als Badestrände genutzt. Neue Projektideen der Kommunen liegen vor. An den Breitunger Kiesseen sollen neben einem Badestrand u. a. ein Jugendzeltplatz sowie ein Caravanstellplatz entstehen. Wassersportfreunde finden somit in Breitungen und Umgebung ideale Bedingungen. Ob mit dem Kanu auf der Werra, dem Surfbrett bzw. der Angel an den Kiesseen, die Region bietet Erholungsmöglichkeiten für unterschiedliche Interessen. Auch im Winter, wenn der Frost eine dicke Eisschicht bildet, entstehen auf den Flächen Voraussetzungen für verschiedene Wintersportarten. So entwickeln sich im Werratal zwischen Rennsteig und Rhön immer bessere Bedingungen für einen erholsamen und erlebnisreichen Aufenthalt für die ganze Familie.

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